Decision Intelligence

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Entscheiden und Intelligenz, so würde man meinen, gehörte eigentlich schon immer zusammen. Und doch ist dieser Begriff neu. Was mit „Decision Support Systems“ begonnen und sich dann zum „Business Intelligence“ gemausert hat wird nun schlussendlich zur „Decision Intelligence“.

Die Geschichte dazu hat Jonathan Becher in seinem Blog geschrieben. Gut – wie meistens – aus der Sicht eines Praktikers der sich (auch) mit der Theorie beschäftigt. Den Text gibts hier: http://alignment.wordpress.com/2009/03/23/the-return-of-decision-support/

PS:
Das Bild ist aus dem Artikel von Claudia Imhoff und Colin White aus ihrem Artikel im BeyeNETWORK.

The Invisible Edge

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„The Invisible Edge“ – Taking Your Strategy to the Next Level Using Intellectual Property
Neu ab 5. März 2009

Was die Welt im Innersten zusammenhält. Wir wissen es. Es ist das, was sich zwischen den sichtbaren Objekten abspielt. Unsichtbare Kräfte und Energien, die Bestehendes erhalten und Neues ermöglichen. Sie sind da und zeigen ihre Existenz erst in ihrer Wirkung – in den physikalischen, den sozialen und den Wirtschaftswelten. Man sieht sie nicht in der Struktur der Bilanzen. Man kann sie auch nicht separieren und losgelöst von den anderen Elementen in Kilogramm oder Franken „messen“.
Was Insider schon seit längerem erkannt haben – und in ihren Business Modellen berücksichtigen – thematisiert dieses Buch. Die „Intangible Assets“ als Nukleus für jede Tätigkeit und jeden Erfolg (und Misserfolg) werden hier behandelt. Für viele Manager ist diese Art von Assets noch ungewohnt. Die intensive Auseinandersetzung mit ihnen ist aber jetzt besonders wichtig, weil sie bereits vorhanden sind. Diese zu erkennen und zusätzlich ertragswirksam zu nutzen ist wesentlich schneller und ertragreicher, als neue Märkte/Bedürfnisse zu definieren und die Ressourcen darauf auszurichten.
Die Königsdisziplin ist es dann, wenn die vielfältigen Möglichkeiten des Geistigen Eigentums richtig in die Strategie eingebunden wird. Ein Patent ist nur eine Möglichkeit. Es gibt noch wesentlich schnellere und günstigere Optionen.

Amartya Sen über Adam Smith und das Wirtschaftsverständnis

Amartya Sen
Amartya Sen

Wenn Amartya Sen über die Wirtschaft im letzten Jahr – Krisen und Ursachen – schreibt, kann man sicher sein, dass sich das Lesen lohnt.
Wer nun aber einen „Rundschlag“ gegen den Kapitalismus erwartet, liegt falsch. Es geht „nur“ darum, dass die „market economy“ mit ihrem „Geldmassstab“ allein nun mal nicht genügt. Und dass das bereits Adam Smith schon so dargestellt hat – auch wenn dies in der klassischen Theorie etwas unter geht.

Smith never used the term „capitalism“ (at least so far as I have been able to trace), but it would also be hard to carve out from his works any theory arguing for the sufficiency of market forces, or of the need to accept the dominance of capital. He talked about the importance of these broader values that go beyond profits in The Wealth of Nations, but it is in his first book, The Theory of Moral Sentiments, which was published exactly a quarter of a millennium ago in 1759, that he extensively investigated the strong need for actions based on values that go well beyond profit seeking. While he wrote that „prudence“ was „of all the virtues that which is most useful to the individual,“ Adam Smith went on to argue that „humanity, justice, generosity, and public spirit, are the qualities most useful to others.“

Er kommt zum Schluss:
…dass die Krise nicht „einen neuen Kapitalismus“ braucht. Aber es ist ein neues Verständnis über die Ideen von Smith und Pigou notwendig, die zu kurz gekommen sind. Und dass der Markt allein halt eben auch nicht alles richtet. (Kann man in den 250 Jahre alten Büchern von Smith schon lesen.)

Hier der Link zu dem Artikel im nybooks.

Nachdem in der richtigen Welt schon immer auch die nichtmonetären Werte eine wesentliche Bedeutung hatten und weiterhin haben, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wie lange die Ökonomen benötigen, für diese Realität auch die passende Theorie zu entwickeln.
Die normativen, die qualitativen und die quantitativen Instrumente – als Ankerpunkte – sind vorhanden.

Beitrag der Wirtschafts-Universitäten?

HSG-Professoren gestehen: Wir haben uns geirrt
So überschreibt die „Sonntag AZ“ einen Artikel in ihrer neuen Ausgabe. Hier ist der Link dazu.

Neu ist diese Ansicht nicht. Schon vor über 20 Jahren gab der HSG Vordenker Hans Ulrich zu bedenken: „Vielleicht haben wir zu lange dieselben Fragen gestellt und darum auch dieselben Antworten erhalten.“ Auch Peter Drucker hat gefordert: «Wir müssen eine Wirtschaftstheorie entwickeln, in der Wissen zur ökonomischen Schlüsselressource geworden ist.» Dass jetzt 15 HSG Professoren eine Publikation mit dem Titel «Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise – Perspektiven der HSG» veröffentlichen, lässt aufhorchen.

Wie weit diese Konsequenzen dann auch Eingang in die Lehre finden, bleibt abzuwarten.
Immerhin geht es nicht nur um „Schöheitschirurgie“ in der VWL und BWL, sondern um eine fundamentale Erweiterung der Wirtschaftswissenschaften. Nämlich dahingehend, dass die heute wichtigen immateriellen Ressourcen qualitativ und quantitativ in das Verständnismodell integriert werden. Mit all den damit verbundenen Konsequenzen, dass der Mensch mit seinen subjektiven Fähigkeiten und Wertvorstellungen endlich auch zählt. Damit wird der Weg frei, die bisher in den quantitativen Modellen ausgeblendeten Potenziale und Chancen endlich nutzbar zu machen.

Ein Ansatz dazu wurde übrigens bereits im Jahr 1998 – zum 100-jährigen Jubiläum der Universität – vorgestellt. Sie können ihn HIER herunter laden.

Rechnungslegung und Revision im Schatten der Internationalen Rechnungslegung

Die KPMG stellt in ihren News ein interessantes Papier von Peter Leibfried und Marc Zimmermann vor. Es ist eine erste Analyse von Ursachen und die absehbaren Konsequenzen.
Offenbar gibt es auch aus dieser Perspektive einiges zu tun. Nicht nur für die Wirtschaftsprüfer, auch für die, welche die Regeln für die Wirtschaftsprüfung vorschlagen und bestimmen.
Und wenn die Autoren mit ihrem Fazit richtig liegen – auch für die Rechtsanwälte.

„… Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis der Vorwurf erhoben wird, dass die Bankbilanzen auf Grund der in den Subprime-Papieren enthaltenen Risiken nicht hätten testiert werden dürfen. ….“

Der Artikel hat vier Seiten. Hier der Link.

Was es zu tun gibt, haben die CEOs des „International Audit Networks“ im November 2006 bereits veröffentlicht. Deren Vision (das Papier) finden Sie hier.

Werte und Potenziale in der Wirtschaft

Immaterielle Werte in der erweiterten Wirtschaftslehre
Immaterielle Werte in der erweiterten Wirtschaftslehre

Wissen und andere immaterielle Werte messbar machen ist die Herausforderung, denen sich das Management und die Konstrukteure der Wirtschaftstheorien gegenüber sehen. So lange dieses „messbar machen“ noch nicht erledigt ist, fehlt diese Art von Potenzialen – und insbesondere deren Gewichtung – in den Führungsinstrumenten und Cockpits, nach denen sich das Management von grösseren Unternehmen richten muss. Das Resultat dieser beschränkten Abbildung der Realität hat zum Ergebnis, dass die vorhandenen Potenziale einer Unternehmung nur zu einem geringen Teil genutzt werden können.
Wenn die vorhandenen Chancen in Unternehmen besser erkannt und genutzt werden sollen, ist erweitertes Modell zur Abbildung dieser Ressourcen notwendig. Und es ist möglich, wie in den beiden Dokumenten „Werte und Potenziale in der Wirtschaft“ dargestellt wird.
Das erste ist in der Zeitschrift „Swiss Engineering“ erschienen. Sie können es HIER herunter laden (zwei Seiten).
Das zweite Dokument ist eine erweiterte Version aus dem Jahr 2006. Sie können es HIER herunter laden (zehn Seiten).

Zu diesem Thema hat übrigens auch auch die FAZ ein Interview mit Fredmund Malik geführt. Titel: „Mit herkömmlichen Methoden nicht zu lösen“ – HIER der Link zum Interview.
Und auch der „Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss“ in Brüssel, hat dazu eine Stellungnahme mit Schlussfolgerungen und Empfehlungen veröffentlicht: „Jenseits des BIP – Messgrössen für eine nachhaltige Entwicklung“. Sie können die Stellungnahme HIER herunter laden.
Zitat daraus: „….Das BIP ist ein wichtiger Indikator für das wirtschaftliche Wachstum, es kann allerdings nicht als Richtschnur für eine Politik dienen, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden will. Dazu sind andere, zusätzliche Indikatoren erforderlich….“

Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie an Informationen über die Fortschritte in der Entwicklung der neuen Generation von Messinstrumenten und Cockpits zur Unternehmensführung direkt informiert werden wollen. Kurze Email genügt. peter.bretscher (at) bengin.com

Grenzen der Finanzkennzahlen – und darüber hinaus Teil 1

true and fair view
true and fair view

Professor Emeritus D.R. Myddelton – Professor of Finance and Accounting, Cranfield University – hat einen interessanten Artikel über Sinn, Zweck und Grenzen des Finanzaccounting verfasst.

Hier die Kurzfassung:
What’s wrong with modern accounting?
Global modern accounting orthodoxy now assumes the raison d’être of financial accounts is to provide open and verifiable information to investors. Professor David Myddelton examines this shareholder-centric view and challenges the use of universal accounting standards across widely varying organisations as a useful measure of their potential. Ultimately, we may need to let go of some long held beliefs and look for a more radical approach that releases companies from this bureaucratic nightmare….

Den ganzen Artikel (zwei Seiten) können Sie HIER ansehen.

Das Buch, das er im Jahr 2004 geschrieben hat, trägt den Titel „Unshackling Accountants“. Er hat damals schon über Finanzskandale geschrieben – und über die Grenzen der Regeln….
Das pdf von diesem Buch (200 Seiten) können Sie HIER herunterladen.

Wie es sich gezeigt hat – und noch weiter zeigen wird – sind wir an die Grenzen der klassischen Wirtschaftstheorie gekommen, welche die subjektiven und die nicht-monetären Werte noch nicht in ihr Werteparadigma integriert hat.
So sind denn bei genauer Betrachtung nicht einfach die Banken und deren Manager für die heutige „Wirtschaftskrise“ verantwortlich, sondern ebenso die Konstrukteure der Wirtschaftstheorien, welche es nicht geschafft haben, ein qualitatives und ein quantitatives Modell für die heute wichtigen „immateriellen Ressourcen“ zu entwickeln. Moderne Unternehmen können nun mal einfach nicht mit Indikatoren geführt und geprüft werden, die unter ganz anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entstanden sind.

Darüber wie die neue Generation der Führungs- und Entscheidungsinstrumente aussehen wird, werde ich Ihnen in der nächsten Zeit auf diesem Blog berichten. Wenn Sie den Link in Ihren RSS Reader nehmen, sind Sie aus erster Hand informiert und verpassen sicher kein Update.

Zu verkaufen – neue Bewertungsmodelle – Teil 1

Das „US Government Accountability Office“ bereitet den Weg für neue Lösungen.
„A Framework for Crafting and Assessing Proposals to Modernize the Outdated U.S. Financial Regulatory System“ beschreibt die Themen und das Vorgehen auf 105 Seiten.

Hier ist der ganze Bericht.
und Hier die Zusammenfassung mit den HighLights auf zwei Seiten.

Vielleicht schauen Sie aber nicht nur in die USA, sondern auch mal bei unserem Bundespräsidenten Hansruedi Merz nach. Als Appenzeller (Herisauer) mit Bodenhaftung kennt er noch den Unterschied zwischen Preis, Wert und Wertschätzung.
Über „Werte und ihr Preis“ und über „Wert und Wertschätzung“ hat er schon 2006 gesprochen. Und was er sagt, das meint er auch.

Mit so einem Bundespräsidenten sind die Chancen gut, dass man bald das auch bei uns überholte „Finanz-Regelwerk“ so erweitert, dass auch die immateriellen und subjektiven – die heutigen und die zukünftigen – Werte zählen.
Da gibt’s richtige Arbeit für die Wirtschaftsprüfer. Eine Arbeit, die auch Sinn machen würde.

Eine nachhaltige Änderung kann hingegen nur zu stande kommen, wenn Zukunfts- und Erwartungswerte, inklusive der damit verbundenen inhärenten Risiken, separat ausgewiesen werden. Reale Werte haben nun mal eine andere Konsistenz als Zukunftswerte. Diese über statistische Formeln „gleichnamig“ zu machen ist wie wenn man das zukünftige Wetter in das heutige Wetter umrechnen und die beiden Wetter zusammenzählen würde. Das ist Unsinn – auch wenn es dafür den Nobelpreis gab.

Bestimmt gibt es bei „Ernst & Young“ in Zürich noch Mitarbeiter, die sich erinnern, dass wir bereits 2001 einen ersten Standard für ein „nonfinancial Audit“ entwickelt haben, der auch nichtmonetäre Werte erfasst. Dass man ihn ruhen liess, ist ökonomisch nachvollziehbar. Es gab ja damals noch keine Verpflichtung, die NonFinancials und die Zukunftswerte separat auszuweisen. Und es ist ökonomischer, alte Produkte so lange wie nur möglich weiter zu verkaufen. Doch nun ist es an der Zeit, die angefangenen Arbeiten weiter zu führen.
Ganz so, wie auch die Chefs der grössten Wirtschaftsprüfer ihre Vision im November 2006 in Paris vorgestellt haben. Kurzfassung Hier (zwei Seiten) und direkter Link zur Verlautbarung Hier.

Forgive and do it anyway

Weihnachten ist wieder die Zeit anzuhalten, die Erfahrungen zu reflektieren und vorwärts zu blicken.
Das wird in der christlichen Tradition wohl schon seit 2000 Jahren so sein. Man sagt, dass es Sinn mache. Ich denke eher, dass man den Sinn selber machen soll.
Das braucht Kraft, denn Erwartungen, die für einem selbst Sinn machen, sind für Andere durchaus nicht immer sinnvoll. Sie erfüllen sich nicht immer – und man beginnt wieder von Neuem (aber nicht am Anfang).
Bis heute habe ich keine besseren Worte gefunden, als die von Mutter Teresa. Sie hat in diesen kurzen Sätzen ihre Lebensweisheit und eine „Kraftformel“ festgehalten die dazu ermuntern, gute Werke weiter zu tun.. Schöne Weihnachten!

— People are often unreasonable, illogical and self-centered… forgive them anyway.
zoosper.com
— If you are kind, people may accuse you of selfish, ulterior motives… be kind anyway.
— If you are successful, you will win some false friends and some true enemies… succeed anyway.
— If you are honest and sincere people may cheat you… be honest and sincere anyway.
— What you spend years building, someone could destroy overnight… build anyway.
— If you find serenity and happyness, some may be jealous… be happy anyway.
— The good you do today, people will often forget tomorrow… do good anyway.
— Give the world the best you have, and it will never be enough… give the world the best you’ve got anyway.
— You see, in the final analysis, it is between you and God… It was never between you and them anyway.

Orientierung der Wirtschaft

materielle und immaterielle gueter
materielle und immaterielle gueter

Obiges Bild zeigt die Entwicklung der Güter in der realen Wirtschaft. Je „intelligenter“ die Produkte werden, desto mehr „immaterielle“ Vorleistungen werden benötigt und desto mehr „immaterieller Anteil“ ist in den Produkten drin. Wir befinden uns im Übergang von der „materiellen“ zur „immateriellen“ Wirtschaft. Das zeigt sich unter Anderem darin, dass die Jobs steigen, die „immaterielle Produkte“ produzieren. Siehe Beispiel im letzten Blogbeitrag.

Weil die Instrumente der klassischen Ökonomen noch aus der Zeit der „materiellen Produktion“ stammen, hat diese Entwicklung zur Folge, dass die Wertschöpfung im immateriellen Bereich nicht berücksichtigt wird. Was früher noch genügte, wird heute immer mehr als Systemfehler der Theorie betrachtet, der sich zunehmend negativ auf das Potenzial und das „Wohlergehen“ von Mitarbeitern in Unternehmen und Verwaltung – und als Folge auch negativ auf Unternehmen und Verwaltung selbst – auswirkt.

Dieser Systemfehler ist aber korrigierbar. Und die Notwendigkeit für eine Korrektur wurde schon vielfach thematisiert. Zum Beispiel von Peter Drucker:

„Wir müssen eine Wirtschaftstheorie entwickeln, in der Wissen zur ökonomischen Schlüsselressource geworden ist.“

und von Heik Afheldt (im TV DRS 5. Feb. 1986):

„Wir sind dabei, die traditionelle Betriebswirtschaftslehre, die ja nur einen Teil eines Betriebes erfasst, auszudehnen.“

Welche Elemente der Wirtschaftstheorie neu geschrieben werden müssen, können Sie in einem Beitrag zum 100 Jahr Jubiläum der Hochschule St. Gallen (1998) nachlesen. HIER