Wenn man die Entwicklung der Verkäufe und der Profite vergleicht, ist es gut möglich, dass ein Grossteil der Profite bei den Global 2000 mit Derivaten gemacht wurden.
Auch der „Market Value“ ist jetzt wieder unter dem Umsatz, den die Global 2000 ausweisen. Im Prinzip gar nicht so ungesund. Obwohl – verglichen mit dem DJ-Index – immer noch hoch. http://www.bengin.net/wp/?p=231
Hier wieder einmal ein Beispiel, wie wichtig die Rechte am Geistigen Eigentum sind.
Es muss auch nicht immer das teuerste Schutzrecht (das Patent) sein. Auch Marken, Modelle und Urheberrechte können zur Ertragsverbesserung herangezogen werden. Ist viel gescheiter als Mitarbeiter zu entlassen. Einfach ‚mal das Potenzial aus einer anderen Perspektive anschauen – und das Geschäftsmodell ein wenig den Chancen anpassen…
Was Viele nicht wissen. Auf http://finance.yahoo.com lassen sich die Aktienpreise verfolgen. Auch über längere Zeiten. Diese Darstellung zeigt die Entwicklung der Aktienpreise an Hand des DJ-Indexes seit es ihn gibt. Wichtig für die Interpretation ist zu wissen, dass alle Massstäbe – die horizontale Zeitachse und die vertikale Preisachse – linear und nicht logarithmisch dargestellt sind. So kann man sich die Entwicklung – und die Ursachen – besser vorstellen und erklären.
Zwei Sachen sieht man gut:
a) Mit der Einführung der Optionen Anfang der 80er Jahre gab es bei den Aktienpapieren massive Preiserhöhungen – manche sprechen auch von Wertsteigerung, andere von einer „Blase“.
b) Wenn man die Entwicklung der Aktienpreise von 1930 bis 1980 als Trendkurve weiterführt – und sie mit den realen Preisen vergleicht – ist schon noch ein recht grosser Unterschied vorhanden.
Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Shareholder weiterhin diese relativ hohen Produktpreise zahlen. Mit Sicherheit wird der Bedarf an substanziellen Informationen über die impliziten Werte der Unternehmen steigen, deren Papiere gehandelt werden. Die „Shareholders‘ Profit Expectation“ muss zunehmend logisch und rational fundiert werden. Dass dazu die „Immateriellen Werte“ kartiert, bilanziert und visualisiert werden müssen scheint zunehmend klarer zu werden. Erste „Gehversuche“ auf diesem „Trampelpfad“ finden sie HIER. Aktuellere Informationen erhalten Interessierte direkt bei mir. E-Mail genügt.
Wie zu erwarten war, erschüttert die Finanzkrise auch die „Ausbildungsbranche“. Genug vom „Das Gleiche immer wieder neu verpackt“.
Vor den Fehlern in den Grundprinzipien der Wirtschaftstheorien – auch wenn sie sich lange nicht ausgewirkt haben und darum nur von wenigen „Störefrieden“ auf sie hingewiesen wurden – kann man nun halt einfach nicht mehr die Augen verschliessen. Es nützt nichts, die „happy crew on a sinking boat“ mit psychologischen Seitricks glücklicher machen zu wollen. Es muss die Ursache für das Sinken gefunden werden. Und wenn ein Loch gefunden wird, muss es gestopft werden. Ob man dazu „happy“ sein muss, ist völlig nebensächlich. Die Party kann dann stattfinden, wenn die Arbeit erledigt ist.
So gesehen ist es schon richtig, dass die Unternehmen die Art der Ausbildung und dass die Ausbildungsinstitute ihre Orientierung überdenken. Das Loch wird aber nicht gestopft, in dem man für die überholten betriebswirtschaftlichen Denkmodelle neue Simulationsmodelle entwickelt – oder etwas „Kybernetik“ hineinbringt. Auch die ganze „Ethikdiskussion“ bringt nix, wenn sich die quantitativen Orientierungsgrössen praktisch ausschliesslich auf monetäre Zahlen beschränken. Es ist daher sehr fraglich, ob die gleichen Leute, die bisher „erfolgreich“ mit überholten Methoden das Denken unseres heutigen „Kaders“ programmiert haben, in der Lage sein werden, ihr lineares ökonomisches Werteparadigma über Bord zu werden. Ebendieses ökonomische Werteparadigma – das „Eindampfen“ der realen Wertevielfalt in der Wirtschaft auf eine monetäre Kenngrösse – ist eines der grossen Löcher, die es zu stopfen gilt. Dazu braucht es nicht einmal einen BusinessPlan. Man muss es nur einfach tun.
Harvard hat immerhin damit begonnen [Blogeintrag] – in der Schweiz verpufft man die Energie noch in der unnützen Diskussion über den „lic.oec.robot“.
Zur Zeit läuft auf dem Blog der „Harvard Business Printing“ eine interessante Kontroverse über „How To Fix Business Schools“. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Ansichten sehr konträr. Sie reichen von „Die Schüler sind schuld, weil sie in der Praxis die Lehren falsch anwenden würden (sie kämen ja schon als ‚Erwachsene‘ in die Schule und seien durch das Elternhaus so ‚geprägt‘, dass ihr Verhalten in den Business Schools nicht mehr geändert werden könne)“ bis zu „Die Professoren sind schuld, weil sie nur wissenschaftlich ‚bewährte‘ Mechanismen und Formeln lehren, ohne den Menschen zu berücksichtigen“.
Wie meistens im richtigen Leben liegt die Wahrheit nicht einfach in der Mitte der Aussagen. Die tiefer liegenden Ursachen der ‚Finanzkrisen‘, die sich zu einer ‚Wirtschaftskrise‘ entwickelt haben, findet man nämlich in den Grundlagen der Wirtschaftstheorie, auf denen sowohl die Regeln und Rezepte der Finanzwirtschaft als auch die der realen Wirtschaft aufbauen. Damit kommt ein ‚dritter Schuldiger‘ ins Zentrum der Überlegungen. Die Wirtschaftslehre selbst.
Auch wenn die Aussage vielleicht zuerst etwas weh tut. Die klassische Wirtschaftslehre ist ein Produkt, das den heutigen Anforderungen an ein Instrumentarium zur Führung von intelligenten Organsiationen nicht mehr genügen kann. Die Gründe sind simpel. Genau so wenig, wie man mit den Grundlagen für den Bau einer Dampfmaschine einen Computer bauen kann – genau so wenig eignet sich eine Wirtschaftstheorie aus der Handwerkerzeit für eine Wirtschaft, in der 95% Kopfwerk ist – dessen direktes Ergebnis sich nun halt nicht in Meter, Kilo, Stück und Franken messen lässt.
Hier kommt eben auch die Fehlorientierung von (nicht nur) Kurt Furgler (ehem. Bundesrat) zum tragen, der einmal gesagt hat „….die Wirtschaft, die man in Meter, Kilo und Tonnen messen könne….“. Vor 200 Jahren mag diese Aussage noch richtig gewesen sein. Vor rund 20 Jahren – als er sie gemacht hat – was sie schon falsch. Heute wissen es sowohl die Praktiker als auch die Theoretiker, dass man die moderne Wirtschaft weder in Meter, noch in Stück, noch in Kilo, noch in Franken messen lässt.
Aus meiner bescheidenen Perspektive sehe ich die Notwendigkeit einer Wirtschaftstheorie, welche neben den materiellen/monetären Ressourcen auch die immateriellen Ressourcen in ihr Kennzahlensystem und die Steuerungssysteme integriert. Nachdem die wichtigsten Konstrukteure der klassischen Wirtschaftstheorie schon länger gestorben sind, stünde die Option eigentlich offen, eine neue Wirtschaftstheorie zu entwickeln, welche den heutigen Anforderungen für eine nachhaltige Wirtschaftsführung besser gerecht werden kann.
Was muss die neue Wirtschaftstheorie mindestens können?
Aus meiner Sicht nur zwei Punkte:
1. Sie muss die immateriellen Werte (Wissen, Können, Erfahrung, Rechte…) sowohl als Voraussetzung (Ressourcen) für wie auch als Ergebnis von Unternehmensprozessen berücksichtigen.
2. Die neue Wirtschaftstheorie muss berücksichtigen, dass es „subjektive und auch nichtmonetäre Werte“ gibt.
Aus den Augen aus dem Sinn. Ist das nicht gerade das, was immer wieder passiert? Wir sprechen von einem Nutzen, den unser Angebot einem Kunden bringen muss. Und dann sprechen wir vom Preis und unseren Kosten.
Während wir vom Preis sprechen, können wir (gehirnbedingt) aber nicht mehr gleichzeitig an den Nutzen denken. Und während wir über den Nutzen sprechen, können wir nicht gleizeitig an die Kosten denken.
Diese „Grenzen der verbalen Kommunikation“ können mit der obigen Grafik – mit dem bengin Vektorprinzip – elegant übersprungen werden. Derart ist es möglich, mehrere Eigenschaften – ob objektive oder subjektive – gleichzeitig zu kommunizieren und die Zusammenhänge aufzuzeigen. Ja man kann sogar grafisch rechnen und das Kosten- Nutzenverhältnis anschaulich darstellen.
Versuchen Sie es ‚mal ganz simpel mit Papier und Bleistift. Mit dem Computer ist die Darstellung noch mit recht grossem Aufwand verbunden. Ausser Sie verwenden unseren Prototyp für Excel 2003 und 2007. Wir stellen eine begrenzte Anzahl für Testzwecke zur Verfügung. Erkundigen Sie sich bei peter. bretscher (at) bengin.com
PS:
Diese Darstellung ist Teil der Busines Engineering Systeme und urheberrechtlich geschützt. Die gewerbliche Anwendung und die Erstellung von derivativen Darstellungen erfordert eine entsprechende Lizenz.
Wenn es wirklich so ist, dass wir alles etwas später den Amis nachmachen, dann können wir uns bald freuen. Seit mindestens 2006 haben Leute dort auch ein Konto mit Charakterpunkten. Für die Behavioral-Ökonomen wird es ein Leichtes sein, eine Korrelation dieser Charakterpunkte mit dem monetären Kontostand zu suchen.
Schnell fündig werden sie wohl bei den hyperbolischen Funktionen – Charakterpunkte auf der y-Achse und Geldpunkte auf der x-Achse. Als Startfunktion ist wohl der „Kosekans Hyperbolicus“ geeignet. Mit Ausnahmen ganz rechts auf der x-Achse. Die gilt es zu korrigieren. Aber das werden geübte Mathematiker schon hinkriegen.
Übrigens – den „Kosekans Hyperbolicus“ gibt es unkorrigiert auf Wikipedia: Hier.
Viel Spass beim Korrigieren, Interpretieren und Weiterdenken. 🙂
Aber den Schwarzen Peter nun ausschliesslich den Managern zuzuteilen ist trotzdem etwas zu kurz gegriffen. Wenn die Instrumente (inklusive Kennzahlen und Zielgrössen), welche das Management für die Entscheidungsfindung zur Verfügung hat, sich nicht für die Leitung von modernen Unternehmen eignen, gibt’s irgendwann Probleme. Man kann nun mal nicht mit der Betriebsanleitung für eine Dampfmaschine ein Auto bauen.
Der Begriff „Decision Intelligence“ ist vielleicht gar nicht so schlecht. Man muss den Hammer auf die Seite legen, wenn man eine Schraube eindrehen will. Und wenn man keinen Schraubenzieher hat, muss man einen solchen machen. Eigentlich das, was jeder Handwerker weiss. Man muss die Werkzeuge auf dem neuesten Stand halten und sie pflegen. Die Kopfwerker können davon lernen.